Cala Goloritzè - die absolute Nr. 1 der weltbesten Strände wurde auf Sardinien gekürt!

Wenn ich auf meiner Lieblingsinsel mal etwas mit "Kick" suche – raus aus dem Lärm, dem Tempo, den Terminen – dann fahre ich von Budoni 50 km gen Süden. An einen Strand, an dem ich mein Handy getrost in der Tasche lassen kann, weil es dort keinen Empfang gibt. Nach Cala Goloritzè. Dieser Strand wurde gerade von einer unabhängigen Jury - hallihallo - zum schönsten Strand der Welt gekürt!!! Platz Eins (!) auf der Liste „World’s 50 Best Beaches of 2025“. Und das völlig zurecht, wie ich finde.

Die Sardinien Flagge wird “Bandiera dei Quattro Mori” genannt.

Warum? Wer jetzt an Liegestuhlreihen, Eisverkäufer und Jetskis denkt, ist hier falsch. Denn Cala Goloritzè ist nichts von alledem. Der Strand liegt abgeschieden an der Ostküste Sardiniens, irgendwo zwischen Fels und Himmel. Wer hinwill, muss entweder mit dem Boot anreisen oder - ohne Fleiß kein Preis - einen schweißtreibenden Fußmarsch durch Europas schönsten Canyon in Kauf nehmen. Für mich hat das was: Nach über einer Stunde Wanderung an steilen Felswänden entlang öffnet sich plötzlich ein Blick wie aus einem anderen Planeten: Weißer Kiesel, türkisblaues Wasser und die gebirgige Kalknadel, 143 Meter hoch, wie eine Naturkathedrale. Kein Kiosk, keine Musik, kein Plastik. Nur Wind, Wellen und vielleicht ein paar Kletterer in der Wand.

Ich habe gehört, dass man den Zugang streng reguliert hat – nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern pro Tag. Und ehrlich gesagt: Das gefällt mir. Ich will, dass dieser Ort so bleibt, wie er ist. Cala Goloritzè wurde in den 1990ern zum Naturschutzgebiet erklärt, und man merkt, dass das nicht nur auf dem Papier steht. Keine Fußspuren im Kies, kein Müll am Rand. Dafür aber glasklares Wasser, in dem man fast meint, die Zeit stillstehen zu sehen.

Dieses Naturdenkmal ist in Sardinien kein Einzelfall: Auch *La Pelosa*, ein anderer Traumstrand weiter nördlich hat es auf die Bestenliste geschafft, wenn auch "nur" auf Platz 50. Aber immerhin: Die im Weltvergleich winzige Insel Sardinien gleich zweimal auf der Weltbestenliste vertreten!

Das muss gefeiert werden: Von diesem Ausflug ausgepowert und geflasht zurück, bestelle ich mir an der Tavernetta Miesmuscheln "alla marinara". Die gehören auch auf die Weltbestenliste, aber eine andere.

Ja, es reizt mich immer wieder, Sardinien neu zu entdecken. Dorthin, wo sich Meer, Wind und Stein noch auf ihre eigene Weise begegnen dürfen – ohne Animation, ohne Selfie-Stick, ohne, ohne, ohne! Mit Stränden, die trotz weltweiter Berühmtheit noch so wirken, als hätte sie die Welt vergessen.

Probiert es aus – aber bitte mit Respekt. Und ohne Musikbox.

Mit einem leisen „Adiosu“ aus dem wilden Osten Sardiniens
Euer Joachim Waßmann

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