Sardinien – Hotspot für Urlaub und Internet

Internet, Surfen, Mailen, Handy – ständig präsent sein müssen: Letzteres erinnert mich an den Film „Moderne Zeiten“ aus den Dreißiger Jahren, in dem Charlie Chaplin Opfer der Rastlosigkeit industrieller Prozesse wird. Das ist gottlob vorbei. Heute, fast 100 Jahre später, wird bei uns dank Automati- und Digitalisierung kaum noch so malocht. Dürfen wir daher aufatmen?

Eher nicht! Die Rastlosigkeit ist geblieben, und „Opfer“ – jetzt digitaler Prozesse – sind wir nach wie vor. Der uralte Film ist damit bedrückend aktuell.

Die Digitalisierung verfolgt und bedroht uns bis in die letzten Winkel unserer Existenz. Ich plädiere daher dafür, wenigstens im Urlaub ab und an ab- und die Tablets auszuschalten.

So lange Sardinien noch Internetwüste war, ist mir das auch ziemlich leicht gefallen. Seit die Abdeckung mit digitalen Angeboten flächendeckend ist, könnte man wie Goethes Gretchen jammern: „Meine Ruhe ist hin, mein Herz ist schwer, und ich finde sie nimmer und nimmermehr.“ Allerdings bin ich nicht Gretchen, und ehrlich wäre das auch nicht: Die Ruhe mag zwar „hin“ sein, aber ich wollte es ja nicht anders. Ganz freiwillig habe ich mich dem Zwang unterworfen, ständig erreichbar zu sein und jederzeit mailen und surfen zu können.

Weil ich weiß, dass ich mit diesem Verhalten im Mainstream liege, hier meine mephistophelischen Tipps für den ultimativen Digitalurlaub auf Sardinien:

Schon auf der Überfahrt nach Sardinien können Sie erstmalig Ihr Essen kalt werden lassen: Im Restaurantbereich der Fähre gibt es WLAN! Auf der Insel angekommen, werden Sie erfreut feststellen, dass Gemeinden wie z.B. Budoni Internet-Hotspots eingerichtet haben. Der erfordert zwar eine Registrierung durch Angabe der Personalien oder über den Facebook-Account, aber was macht das schon? Gibt es etwas, was Google und Zuckerberg noch nicht wissen?

Im Centro Servizi Tartaruga klärt man Sie gern auf, was es noch für Möglichkeiten gibt, ins Internet zu gelangen. Na klar: Man kann mit dem eigenen Smartphone „abheben“. Das ist nur noch bis 2017 – je nach Tarif – mit ekligen Kosten verbunden. Man kann sich aber auch mit einem Surfstick und einer ital. Prepaidkarte den Zugang erkaufen. Dafür braucht man zwar eine italienische Steuernummer, die der Normaltourist nicht besitzt, aber auch das macht nichts:

Für Sardafit-Gäste hat das Centro Servizi Tartaruga vorgesorgt. Man kann dort einen mobilen Router bestellen, der überall funktioniert, wo die Signalstärke ausreicht, und das ist so gut wie überall. Der Router ist ein unkompliziertes, mit Akku ausgestattetes Gerät, das wie ein Handy eine Internetverbindung über das Mobilfunksignal aufbaut und diese via WLAN an bis zu 5 Endgeräte (Laptop, Handy, Tablet) weiter verteilt.

Den Router erhalten Sardafit-Gäste – solange verfügbar – gegen eine Leihgebühr von 5€ in unserem Büro vor Ort. Das Centro Servizi Tartaruga befindet sich an der Hauptstraße Via Nazionale, im Zentrum von Budoni.

Centro Servizi Tartaruga
Via Nazionale 168
08020 Budoni
Tel: +39 0784 844173
Fax: +39 0784 844506
E-Mail: mail@tartaruga.org

Es muss lediglich eine SIM-Karte in den Router gesteckt werden und los geht’s.

Aktuelle Tipps zum Thema lassen sich bequem über Smartphone, Tablet, oder PC auf www.sardafit-info.com abrufen. (Na klar: Auf dieser informativen Seite finden Sie auch ansonsten viel Nützliches.)

Zu guter Letzt sei erwähnt, dass viele Restaurants und Bars WLAN haben und aufgrund einer Vereinbarung Sardafit-Gästen bereitwillig das Passwort nennen.

Ich erkenne sofort, wenn einer der so Beschenkten an der Tavernetta auf seinem Gerät herumhackt und darüber die köstlichsten Gerichte vergisst. Aber kein Fluch auf die Digitalisierung, bitte! Schließlich lässt sich der Internetzugang auch segensreich einsetzen. Man kann damit nämlich die eigenen Kinder beglücken, um im Nebeneffekt Zeit für ein ausgiebiges, ungestörtes Sarden-Menü zu gewinnen. Da sind dann alle glücklich und nichts wird kalt!

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann

 

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